Presse

Junge Liberale positionieren sich gegen Fremdenfeindlichkeit und wollen Einsparungen im Rathaus

 

„Nicht alles schlecht reden“

 

Vielen Mescheder Jugendli­chen ist es laut Umfrage die­ser Zeitung gar nicht bewusst, dass es die Jungen Liberalen (Julis) in ihrem Ort gibt. Der Stadtverband hat nur wenige Mitglieder. Der Vorsitzende Bernd Kamp­mann erklärt im Interview mit unserer Zeitung, woran das liegen könnte und wel­che Akzente die Jugendorga­nisation der FDP in Mesche­de setzen will.

 

Frage: Wie erklären Sie es sich, dass die JuLis in Meschede laut Umfrage kaum wahrgenom­men werden?

 

Bernd kampmann: Wir mer­ken schon, dass die Politikver­drossenheit vor Ort groß ist. Dies ist zum Teil der Bundes­politik geschuldet, aber auch der Tatsache, dass Jugendliche bereits in anderen Vereinen organisiert sind. Dass uns viele nicht kennen, finde ich trotz­dem verwunderlich. In den Wahlkämpfen zur Kommu­nal-, Europa- und Landtagswahl waren wir jedenfalls ziemlich präsent. Mich wun­dert es insbesondere, dass uns Abiturienten kaum kennen. Denn viele von ihnen sind mir n-    als Jugendparlamentarier des Mescheder Jugendparlaments bekannt. Und wer ein bisschen Zeitung liest, bringt mich normalerweise mit der Jungen Liberalen       nahestehenden FDP in Verbindung.

 

Frage: Wen möchten Sie mit Ihrer Politik ansprechen?

 

Kampmann: Eigentlich möch­ten wir alle ansprechen. Wir bieten jungen Menschen ein großes Potenzial. Wer bei uns mitmacht, hat zum Beispiel die Option, ein Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung zu erhalten.

 

Frage: Wer sind die Jungen Liberalen in Meschede und wie engagieren sie sich?

 

Kampmann: Die JuLis haben fünf Mitglieder, davon engagieren sich zurzeit drei aktiv. Wir sind im Ausschuss für Jugend, soziales und Generationen sowie im Arbeitskreis Jugendparlament vertreten. Außerdem stehen wir als Beiratsmitglied hinter den Zielen des Jugendparlaments.

 

Frage: Was möchten Sie in Meschede gerne verändern?

 

Kampmann: Zuerst sollte man nicht alles schlecht reden. Meschede bietet einiges. Im Zuge der Regionale wird sich hier viel bewegen. Außerdem haben wir eine Hochschule. Wichtig ist es, dass das Hertie-Haus bald wiedereröffnet wird. Das dürfte die Jugendli­chen wohl am meisten interes­sieren. Dabei sollte die Kauf­kraft der Jugendlichen beach­tet werden. Daher wäre die Ansiedlung eines Elektrogroßhandels wünschenswert. Dann müssten die Leute fürs Einkaufen nicht immer bis nach Neheim fahren. Ansonsten halte ich Meschede mit all seinen Cafes und Gaststätten für sehr jugendfreundlich.

 

Frage: Was bewegt die JuLis zurzeit?

 

Kampmann: Wir möchten ein Zeichen gegen Rechts setzen. Meschede   ist multikulturell und soll es bleiben. Gegen fremdenfeindliches und brau­nes Gedankengut setzen wir uns ein. Ferner stehen die JuLis zusammen mit der FDP der Stadt Meschede gegen überzogene Parkraumbewirt­schaftung und für Einsparun­gen in der Politik.

 

Mit Bernd Kampmann sprach Stefan Rebein.

 

Quelle:Westfalenpost ,21.04.2011